CIGARRO

Ιστορίες

Freud und die Zigarre, die nur eine Zigarre war

9 Αυγούστου 2026


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Rund zwanzig Zigarren am Tag: Dieses Pensum hielt Sigmund Freud über weite Strecken seines Lebens, dokumentiert unter anderem vom Freud Museum in London. Die Zigarre war ihm kein Beiwerk, sondern Arbeitsinstrument — Freud schrieb dem Rauchen zu, seine Konzentration und Selbstdisziplin über die langen Stunden am Schreibtisch zu tragen. Der wohl berühmteste Aficionado der Wissenschaftsgeschichte dachte, so sah er es selbst, durch den Rauch hindurch.

Der Preis war hoch. 1923 wurde bei Freud Krebs am Gaumen und Kiefer diagnostiziert; es folgten Jahre mit über dreissig Operationen und einer quälenden Prothese. Das Rauchen gab er dennoch nie ganz auf — bis zu seinem Tod 1939 blieb die Zigarre Teil seines Alltags. Nüchtern betrachtet erzählt kaum eine Biografie so klar von beidem: von der Kraft eines Genussmittels und von seiner Gefahr.

Und das Zitat? «Manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre» — angeblich Freuds Antwort auf die Frage, ob seine Zigarre ein Symbol sei — ist mit grosser Wahrscheinlichkeit apokryph. Der Psychologe Alan C. Elms hat die Zuschreibung 2001 systematisch untersucht: Es gibt keine schriftliche Quelle von Freud, keinen glaubwürdigen Zeugen, und die frühesten Belege für den Satz tauchen erst gut ein Jahrzehnt nach seinem Tod auf. Das Zitatenprojekt Quote Investigator kommt zum selben Schluss. Der Satz sagt mehr über unser Vergnügen an der Pointe als über den Mann, dem sie zugeschrieben wird.

Freud selbst hätte die Deutungsfrage vermutlich kalt gelassen. Für ihn war die Zigarre kein Symbol, sondern Lebensmittel seines Denkens — und am Ende sein Verhängnis.