CIGARRO

Ιστορίες

George Sand: Die Frau mit der Zigarre

13 Αυγούστου 2026


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Paris, 1830er-Jahre: Eine Frau in Herrenkleidung sitzt im Salon und raucht Zigarre — in einer Stadt, in der Frauen für das Tragen von Hosen offiziell eine polizeiliche Erlaubnis brauchten. Amantine Aurore Lucile Dupin, bekannt als George Sand, tat beides öffentlich — und machte aus der behördlich vorgeschriebenen Erlaubnis nie ein Thema. Die Hosen trug sie aus praktischen Gründen und als Haltung; die Zigarre rauchte sie, weil sie ihr schmeckte — und weil sie wusste, was der Anblick auslöste.

Der Skandal überdeckte fast das Werk. Sand gehörte zu den produktivsten und erfolgreichsten Autorinnen ihres Jahrhunderts — über siebzig Romane, dazu Erzählungen, Theaterstücke und eine vielbändige Autobiografie. Die Karikaturisten aber zeichneten lieber die Frau mit Zylinder und Habano, und die Gesellschaft empörte sich zuverlässig: Öffentliches Rauchen war Männern vorbehalten, und eine Frau, die sich dieses Vergnügen nahm, stellte mehr in Frage als eine Tischsitte.

Dabei war die Zigarrenwelt nie so männlich, wie ihre Salons taten. Zur selben Zeit rollten in der Königlichen Tabakfabrik von Sevilla tausende Cigarreras die Zigarren Europas, und auch Kubas Manufakturen waren auf Frauenhände angewiesen — ein Jahrhundert später wurde die berühmte Havanneser Manufaktur El Laguito als Rollschule aufgebaut, deren erste Torcedoras Frauen waren. Gefertigt haben Frauen die Zigarre immer; nur beim Geniessen sollten sie unsichtbar bleiben.

Sand hielt sich nicht daran, und die Zeit gab ihr recht. Dass eine Frau mit Zigarre heute weder Skandal noch Statement sein muss, sondern schlicht Genuss, ist auch das Erbe derer, die es sich nahmen, als es noch beides war.