Marken
Montecristo
Montecristo wurde 1935 in Havanna gegründet, als Alonso Menéndez die Fabrik Particulares übernahm und eine neue Marca auflegte; wenig später formte er mit José «Pepe» García das Haus Menéndez y García, das auch H. Upmann übernahm. Der Name geht der Überlieferung nach auf die Vorlesekultur der Fabriken zurück: Dumas’ «Der Graf von Monte Christo» soll der Lieblingsroman der Torcedores gewesen sein, denen der Lector bei der Arbeit vorlas.
Das ursprüngliche Sortiment war von schlichter Strenge: fünf durchnummerierte Vitolas, No. 1 bis No. 5 — bis heute das Rückgrat der Marke. Berühmtester Vertreter ist die No. 2, eine Pyramide, die für viele Aficionados als Referenz ihres Formats gilt. Stilistisch steht Montecristo für die kubanische Mitte: würzig, ausgewogen, weder mild noch wuchtig — was die Marke zur meistverkauften Habano der Welt gemacht hat.
Die Revolution teilte auch diese Geschichte: Nach der Verstaatlichung von 1960 verliess die Gründerfamilie die Insel, und seit dem Rechtsstreit der 1970er-Jahre existiert Montecristo doppelt — als kubanische Version für den Weltmarkt und als dominikanisch gefertigte Version für die USA. Gleicher Name, zwei Zigarren: kaum eine Marke zeigt das Erbe von 1959 bis 1962 deutlicher.