Marken
Gurkha
Der Name ist älter als die heutige Marke: Schon im 19. Jahrhundert sollen britische Kolonialsoldaten ihre Zigarren «Gurkha» genannt haben — als Tribut an die nepalesischen Elitekämpfer mit ihren gebogenen Khukuri-Messern; mehrere Zigarrenmarken dieses Namens kamen und gingen. Die moderne Geschichte beginnt 1989 mit einer Anekdote, die das Haus selbst gern erzählt: Der Unternehmer Kaizad Hansotia, damals im Uhrengeschäft seiner Familie unterwegs, erwarb auf einer Reise in Goa die Rechte an der brachliegenden Marca — für einen symbolischen Betrag, ursprünglich um die Zigarren als Firmengeschenke zu nutzen.
Ab 1995 verkaufte Hansotia in den USA, zunächst über persönliche Netzwerke, später mit Fertigungspartnern in Honduras und weiteren Manufakturen Mittelamerikas und der Karibik. Eine eigene Stammfabrik im klassischen Sinn hat Gurkha nicht — die Marke arbeitet mit verschiedenen Produzenten und versteht sich vor allem als Kurator ihrer Blends.
Stilistisch setzt Gurkha auf Opulenz: aufwendige Kisten, gestaffelte Reifegrade, limitierte Editionen. Bekannt sind unter anderem die Cellar-Reserve-Reihe mit unterschiedlich lange gereiften Tabaken, die Ghost-Serie und die Royal Challenge. Das Sortiment gehört zu den breitesten der Branche — vom zugänglichen Alltagsformat bis zu Prestige-Editionen, die vor allem als Sammlerstücke Schlagzeilen machen. Eine Einordnung gelingt darum nur Linie für Linie: Unter dem Namen Gurkha existieren sehr unterschiedliche Zigarren.