CIGARRO

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Rustikal und erdig — mit dem San-Andrés-Maduro als weltberühmtem Aushängeschild.


Mexiko setzt in der Premiumwelt alles auf ein Tal: San Andrés im Bundesstaat Veracruz, nahe der Golfküste. Was dort auf schweren vulkanischen Böden wächst, ist aus der modernen Maduro-Kultur nicht wegzudenken.

Terroir und Regionen

Das San-Andrés-Tal liegt in der Region Los Tuxtlas, einer vulkanisch geprägten Landschaft im Süden von Veracruz. Mineralreiche dunkle Erde, tropische Feuchtigkeit und viel Sonne bringen einen dickblättrigen, widerstandsfähigen Tabak hervor, der wie geschaffen ist für lange Fermentation. Sein bekanntester Vertreter ist der San Andrés Negro, eine alte einheimische Varietät: Als Deckblatt fermentiert er zu einem tiefdunklen Maduro mit Aromen von Erde, Kakao und leichter Süsse — rustikaler und trockener im Charakter als brasilianische Blätter, mit einer eigenen, fast ledrigen Würze. Manufakturen in Nicaragua und der Dominikanischen Republik setzen zu Tausenden auf dieses Blatt; kaum ein Maduro-Trend der letzten Jahrzehnte kam ohne San Andrés aus.

Die Familie Turrent

Mexikos Tabakgeschichte ist eng mit einer Familie verbunden: Seit 1880 baut die Familie Turrent im San-Andrés-Tal Tabak an — der Überlieferung nach gehen die Felder auf einen Vorfahren zurück, der mit Tabaksamen aus Kuba nach Mexiko kam. Über fünf Generationen wuchs daraus einer der grössten Tabakproduzenten Nordamerikas, der heute einen Grossteil des mexikanischen Exporttabaks stellt. Mit der Marke Casa Turrent fertigt die Familie zudem eigene Zigarren im Tal — Puros, die mexikanischen Tabak nicht als Zutat, sondern als Hauptdarsteller zeigen.

Lange haftete mexikanischem Tabak der Ruf des Derben an; die Gegenwart hat das Urteil revidiert. Der San Andrés steht heute auf einer Stufe mit den grossen Deckblättern der Welt — und trägt einige der meistdiskutierten Zigarren der letzten Jahre.