Länder
Honduras
Der robuste Dritte der Neuen Welt: erdig, kernig, mit ausgeprägtem Landcharakter.
Honduras ist die dritte Säule der Neuen Welt — weniger laut als Nicaragua, weniger elegant als die Dominikanische Republik, dafür mit einem Stil, der sich nicht anbiedert: erdig, kernig, geradeheraus. Wer honduranische Zigarren raucht, schmeckt Landwirtschaft im besten Sinn.
Terroir und Regionen
Das Zentrum der Industrie liegt im Südosten, in und um die Stadt Danlí im Departement El Paraíso, nur wenige Kilometer von der nicaraguanischen Grenze entfernt. Hier, vor allem im fruchtbaren Jamastrán-Tal, wächst der Tabak, der den Ruf des Landes begründet hat: kräftig, würzig, mit einer rustikalen Erdigkeit, die honduranische Blends unverkennbar macht. Ein zweites Anbaugebiet liegt im Westen bei Copán, in Nachbarschaft der berühmten Maya-Ruinen — eine Region, deren Tabaktradition älter ist als jede Manufaktur. Das Klima ist etwas trockener als in Nicaragua, die Böden schwer und mineralisch; beides trägt zum robusten Charakter des honduranischen Tabaks bei.
Häuser und Stil
Gross geworden ist Honduras mit den Exil-Marken, die nach 1959 nichtkubanische Versionen berühmter Namen fertigten. Eigenständig wurde es mit Häusern wie Camacho, das honduranischen Corojo aus dem Jamastrán-Tal zu seinem Markenzeichen machte — ein sonnengereifter, kraftvoller Tabak, wie ihn Kuba einst prägte. Auch internationale Marken wie Rocky Patel lassen einen Teil ihrer Linien in Danlí fertigen; die Stadt hat sich zu einem der wichtigsten Manufakturstandorte Mittelamerikas entwickelt.
Im Schatten der beiden grösseren Nachbarn hat sich Honduras über die Jahrzehnte eine treue Anhängerschaft bewahrt. Sein Tabak taucht zudem in unzähligen internationalen Blends auf, wo er Körper und Erdigkeit beisteuert — oft, ohne dass es auf der Kiste steht. Wer weiss, was er sucht, schätzt genau das: einen Tabak, der sich nicht aufzwingt, aber fehlt, wenn er weg ist.