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Brasilien
Die Heimat von Mata Fina und Arapiraca: dunkler Tabak mit gewachsener Süsse.
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Brasilianischer Tabak ist an seiner Süsse zu erkennen — nicht aufgesetzt, sondern gewachsen. Schon in der Kolonialzeit zählte Tabak zu den grossen Exportgütern des Landes; heute steht Brasilien in der Premiumwelt vor allem für zwei Namen: Mata Fina und Arapiraca.
Terroir und Regionen
Das klassische Anbaugebiet liegt im Nordosten, im Bundesstaat Bahia. Im Recôncavo, dem fruchtbaren Hinterland der Allerheiligenbucht, wächst der Mata Fina — ein sonnengereifter Tabak, der bei der Fermentation eine tiefdunkle Farbe und Aromen von Kakao, Erde und getrockneten Früchten entwickelt, getragen von jener charakteristischen natürlichen Süsse. Weiter nördlich, rund um die Stadt Arapiraca im Bundesstaat Alagoas, entsteht auf sandigen Lehmböden unter intensiver Sonne der zweite grosse Tabak des Landes: dickblättriger und öliger als der Mata Fina, mit kräftiger Schokoladennote. Beide werden traditionell luftgetrocknet und gehören zu den wenigen Tabaken, die von Natur aus fast schwarz fermentieren.
Der Maduro-Spezialist
Diese Eigenschaften machen Brasilien zum bevorzugten Lieferanten dunkler Deckblätter. Wo ein Maduro-Deckblatt natürliche Süsse und Tiefe mitbringen soll, greifen Blender rund um die Welt zu brasilianischem Blatt — als Alternative zum mexikanischen San Andrés oder zum Connecticut Broadleaf, oft mit weicherem, dessertartigerem Profil. Auch als Einlage ist brasilianischer Tabak geschätzt: Er rundet kräftige Blends ab und gibt ihnen eine dunkle, süssliche Basis. Daneben pflegt das Land eine eigene Zigarrentradition; Manufakturen in Bahia fertigen seit Generationen Puros aus rein brasilianischem Tabak, die ausserhalb Südamerikas allerdings selten zu finden sind.
Eine Zigarre mit brasilianischem Deckblatt kündigt ihr Programm schon vor dem ersten Zug an: dunkel im Ton, mild in der Würze, süss im Abgang.